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Schule - Gruppenarbeit, Präsentationen und all der andere Horror

In meinem letzten Eintrag habe ich ausführlich darüber geschrieben, wie es zu meiner Sozialen Phobie kam, ein großer Teil davon handelte von meiner Schulzeit, und nun möchte ich noch mehr darauf eingehen. Ich weiß noch genau, wie ich mich davor drücken wollte, in die Schule zu gehen als die Zeit gekommen war, sprich raus aus dem Kindergarten und weiter zum nächsten ,,Level". Das Einzige was mich etwas beruhigte war die Tatsache, dass meine damals beste Freundin in die gleiche Klasse ging und ich somit nicht alleine in eine Gemeinschaft voller unbekannter Kinder reingesteckt wurde. Die Grundschule war wahrscheinlich die beste Zeit meiner gesamten Schullaufbahn, und je höher es die Klassenstufe hinaufging, desto schlimmer wurde es.Wie gesagt, die Grundschule war die beste Zeit im Vergleich zu den Anderen, ich lernte neue Leute kennen und war trotz meiner Schüchternheit gut in der Klasse aufgehoben. Doch eine Erinnerung, die zu den Schlimmsten meines ganzen Lebens gehört, (das wird sich jetzt sehr dramatisch und übertrieben für Viele anhören) handelt von einer Präsentation, welche ich in der 4. Klasse halten musste. Wir sollten uns ein Buch aussuchen, es lesen und eine Präsentation darüber halten. Ich konnte noch nie gut vor einer Gruppe Reden schwingen, meine Stimme und mein ganzer Körper zittern wie verrückt vor Anspannung und Nervosität, trotzdem bin ich bis zu eben dieser Präsentation gut weggekommen. Ich erzählt von dem Buch, das ich gelesen habe, und kam an den Punkt, an dem ich eine Stelle vorlesen sollte. Gesagt, getan. Als ich fertig war, bekam ich erstmal vor Erleichterung Tränen in die Augen und hoffte, dass ich einfach nur wieder so schnell wie möglich auf meinen Platz sitzen und das Ganze vergessen konnte.Doch das Schicksal (oder was auch immer) meinte es an diesem Tag nicht gut mit mir. Ein Klassenkamerad bemerkte meine glasigen Augen, sprach mich darauf an und dann passierte es: Ich begann vor der gesamten Klasse loszuheulen. Damit wurde praktisch einer meiner größten Albträume wahr, und dieses Ereignis war wohl ein kleiner, aber trotzdem starker Knacks in meiner Persönlichkeit, Selbstwahrnehmung... Was auch immer.Seitdem habe ich immer Angst, dass mir das wieder passiert, da es mir SEHR peinlich ist, vor Anderen (besonders ohne wirklichen Grund) zu weinen. Aber es passierte trotzdem sehr oft. Der Wechsel auf die Realschule stand an, und in dieser Zeit, besonders am Anfang, wurden wir alle oft an die Tafel gerufen und sollten Aufgaben lösen. Selbstverständlich war ich nicht immer gut (genug), jedenfalls glaubte ich das, ich schämte mich und fing an zu weinen. Jetzt wo ich so darüber nachdenke, finde ich es selber total lächerlich wie sensibel ich war, beziehungsweise eigentlich noch bin. Dadurch hat sich insbesondere die Angst vor Präsentationen verschlimmert.Wenn ich allein nur das Wort höre, möchte ich mich am liebsten in mein Bett verkriechen und nie wieder rauskommen. Ich habe ehrlich gesagt gehofft, dass, je älter ich werde, desto besser werde ich in diesem ganzen Reden-vor-einer-Gruppe-Ding. Doch dafür hätte ich es wohl mehr üben sollen, denn es wurde nicht besser, eher noch schlimmer. Und dafür hasse ich mich so sehr, weil jeder Andere es immer so gut schafft, vor Anderen zu reden während ich fast in Ohnmacht falle. Eine andere ,,ach so tolle" Sache, die jeder in der Schule machen muss, sind Gruppenarbeiten. Nun, zum einem ist das für mich nicht halb so schlimm wie eine Präsentation zu halten, aber definitiv auch nicht das Beste. Ich schaffe es nie, mich wirklich in die Gespräche einzubringen, geschweige denn die Führung zu übernehmen und die Aufgaben zu verteilen. Auf der anderen Seite kommt es aber auch darauf an, mit WEM ich arbeite. Vor ungefähr vier Monaten habe ich (wie schon im letzen Eintrag erwähnt) noch ein Gymnasium besucht, bevor ich mich abgemeldet habe. Dort waren genau vier Mädchen, mit denen ich mich, zwar auch nicht jeden Tag, aber dennoch regelmäßig unterhalten und mich wirklich gut verstanden habe, mit einer ganz besonders. Wenn ich also mit denen in einer Gruppe war, habe ich mich wirklich wohl gefühlt. Wurden jedoch die Gruppen vom Lehrer gebildet, war das genaue Gegenteil der Fall, denn außer den vier Mädchen habe ich mich sonst nie wirklich unterhalten, und das war natürlich ein großer Vorteil...Und da ist dann noch eine Sache, die mich wirklich stört. Ich weiß nicht, ob es überall solche Fälle gibt, oder überraschenderweise nur dort, wo ich bin, aber ich verstehe wirklich nicht, warum es wohl ein Muss ist, dass in der Klasse feste Gruppen gebildet werden und diese so bleiben wie sie sind, sprich man redet nur mit diesen bestimmten Leuten, arbeitet mit ihnen, trifft sich nach der Schule. Ehrlich gesagt würde ich mir wirklich wünschen, dass alle etwas offener wären und es nicht fast schon eine Ehre ist, mit jemanden reden zu dürfen. Es ist natürlich logisch und verständlich, seine ,,Lieblinge" in der Klasse zu haben, aber dann auch nur mit diesen reden? Ich weiß, ich bin wahrscheinlich die Letzte, die sowas sagen sollte, aber wenn ich weiß, dass ich mit jedem reden kann und dafür keine komische Stimmung aufkommt, wäre selbst ich aufgeschlossener. Das Komische ist, dass es am Anfang, als wir uns erst noch ,,kennen lernten", wirklich so war und jeder mit jedem mal ab und zu ein Wort wechselte. Doch es scheint so, sobald man denjenigen, mit dem man am Besten klar kommt, gefunden hat, ändert sich daran so schnell nichts mehr. Wenn ich mal persönlich erlebe, dass sich alle untereinander in der Klasse mögen und verstehen, wüsste ich nicht mal wirklich, was ich dann machen würde. Wahrscheinlich wäre ich erstmal sprachlos.
5.4.16 19:32


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Wie ist die Soziale Phobie bei mir überhaupt entstanden?

Diese Frage stelle ich mir ziemlich häufig. Als Kind war ich schon immer schüchtern, aber konnte nach einiger Zeit normal mit Anderen reden. Ich würde selber behaupten, dass ich früher ein sehr lebensfrohes und abenteuerlustiges Mädchen war. Jeden Tag nach der Schule habe ich mich mit meinen Nachbarn getroffen und bis zum Abendessen ohne Unterbrechung gespielt. Dann hat es sich mit der Zeit gelegt, sprich die Tage die wir zusammen verbracht haben wurden immer weniger, was, wenn ich heute so darüber nachdenke, ganz normal ist und selbst mit jahrelangen Freundschaften passieren kann. Die ganz normalen Probleme traten ein, wir kamen in die Pubertät, die Schule beanspruchte mehr Zeit und man lernte andere Leute kennen. Die alltäglichen Dinge die in einem normalen Leben eben passieren. Allerdings kann ich auch sagen, dass ich in der Schule nie beliebt war und sich das mit dem ,,neue Leute kennen lernen"-Ding etwas schwierig gestaltete wegen meiner Schüchternheit. Das soll aber nicht heißen, dass ich ein kompletter Außenseiter war. Ich hatte immer wenigstens zwei oder sogar drei Freundinnen, mit denen ich jeden Tag sprach, ab und zu etwas außerhalb der Schule unternahm und auch mal stritt. Doch auch diese Freundschaften haben sich verändert oder wurden gänzlich gelöst. Die einzige, die ich jetzt noch habe, ist meine beste Freundin seit der zweiten Klasse. Im letzten Schuljahr habe ich mich nur auf sie konzentriert und die Anderen ignoriert, und andersrum genauso. Zwar hatte ich noch nie einen besonders engen und vertrauten Draht zu den Meisten, jedoch konnte ich mich immer noch mit ihnen unterhalten, was dann nicht mehr möglich war. Ich weiß noch, wie ich bei der Abschlussfeier gedacht habe: Man, die wirst du jetzt nicht mehr jeden Tag sehen, wahrscheinlich nie wieder. War ich deswegen traurig? Ja, tatsächlich ein bisschen. Aber höchstwahrscheinlich nur, weil ich nun die gewohnten Leute und Umgebung verlassen und dann auf eine neue Schule gehen musste. Denn das Witzige ist: Davor habe ich noch nie die Schule gewechselt, hatte jahrelang die gleichen Klassenkameraden, außer die haben die Klasse verlassen. Somit stand ein neuer Lebensabschnitt an: Da ich nach der Mittleren Reife keine Ausbildung gefunden hatte, musste ein Plan B her, also eine weiterführende Schule besuchen. Und das Einzige was ich dazu sagen kann: Es war die Hölle! Jede meiner Noten rutschte um mindestens eine runter, wieder konnte ich mit niemanden in der Klasse eine engere Beziehung aufbauen, da sich alle schon von ihren ehemaligen Schulen kannten, sprich es hatten sich schon Gruppen gebildet, bevor das Jahr überhaupt richtig angefangen hat. Ich habe mich nach anderthalb Jahren, als ich 18 wurde, von der Schule abgemeldet. Dies ist nun über zwei Monate her, und ich bin immer noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. In all den vergangenen Jahren wurde ich immer verschlossener, ging nicht aus dem Haus, außer wenn ich zur Schule ging und unternahm nichts mit niemanden, und die letzten zwei Monate haben mir den Rest gegeben. Nun verlasse ich wirklich nicht mehr das Haus, sitze jeden Tag vor dem Computer und frage mich, wie es so weit hat kommen können.
17.3.16 15:39


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